Eine gemeinsame Ausstellung des Kallmann-Museums und des Schlossmuseums Ismaning. Den Feldherrn Napoleon I. kennt jeder und wohl auch seine typische Haltung mit dem angewinkelten Arm, eine Hand in die Knopfleiste seines Uniformrocks gesteckt. Doch wer hat ihn je auf den Spaten gestützt gärtnern sehen? Dabei ist nicht nur die Rosenzucht seiner Gattin Josephine aus dem Park von Schloss Malmaison bis heute berühmt. Fast alle Mitglieder seiner Familie hinterließen Zeugnisse ihrer gärtnerischen Leidenschaft. Die Ausstellung unternimmt eine Weltreise auf den „grünen“ Spuren der Familie Bonaparte und ihrer angeheirateten Verwandtschaft – der Familie Beauharnais. Sie hatte während ihres Bayerischen Exils in Ismaning ihre Sommerresidenz und hinterließ auch dort ihre gärtnerischen Spuren. Hortense Bonaparte, geborene Beauharnais, war die Stieftochter Napoleons; sie aquarellierte den Ismaninger Schlosspark aus den unterschiedlichsten Ansichten.
Als Übernahme vom Napoleonmuseum Arenenberg präsentiert das Kallmann-Museum die napoleonischen Gärten in Frankreich, Italien, Holland, Deutschland, der Schweiz und in den USA; das Schlossmuseum widmet sich der Geschichte des Ismaninger Schlossparks.
Ergänzend dazu befassen sich die Künstlerin Dagmar Pachtner und der Maler Joachim Jung mit den verschiedenen Vorstellungen von Landschaft und Garten im Lauf der Jahrhunderte in eigens für die Ausstellung im Kallmann-Museum konzipierten Arbeiten. Weitere Informationen zu

Der Gärtner von St. Helena, Napoleon I mit Spaten, Lithografie, 1814
copyright: Napoleon Museum Thurgau, Foto: Daniel Steiner
mit Werken von:
Ruth Biller – Malerei
Henning von Gierke – Installation
Lilli Hill – Malerei
Werner Mally – Skulptur
Hertha Miessner – Digitale Collage
Slava Seidel – Malerei
Heinrich Weid - Skulptur, Installation
Yongbo Zhao - Malerei, Grafik
Barock und das zeitgenössische Kunstgeschehen sind um Jahrhunderte voneinander entfernt. Doch bei näherem Betrachten lassen sich im Denken, Empfinden und auch im rein formalen Bereich Gemeinsamkeiten finden.
Die heutige Kunst, die auch manchmal die „Post- Postmoderne“ genannt wird verbindet vieles mit dem Barock: die Lust am Prachtvollen, Sinnlichen, das Spiel mit Licht und Illusion, Übersteigerung und Dynamik – und im Gegensatz dazu Rationalität, Wissenschaftlichkeit und das Bewusstsein von der Vergänglichkeit alles Lebenden. Die Transformation von Kunstformen der Vergangenheit in Neues, Eigenes findet heute ebenso statt wie einst im 17. Jahrhundert. War es im Barock die Antike, die einen nachhaltigen Einfluss auf das künstlerische Schaffen hatte, so wird heute von den Erkenntnissen der Moderne über die außereuropäischen Kulturen bis hin zu den frühen archaischen Kunstformen das gesamte kulturelle Repertoire der Menschheit genutzt, verändert und neu in die künstlerischen Konzepte eingebunden.
Mit Werken von sechs Künstlerinnen und Künstlern möchte das Kallmann-Museum einladen, sich spielerisch, geistvoll und sinnenfroh auf dieses Thema einzulassen, um vielleicht Neues zu sehen und zu erfahren.

Ruth Biller, Taste

Hertha Miessner, Contraposition

Lilli Hill, Spagat

Slava Seidel, Obergrenze 2, Sepiatusche auf Leinwand

Heinrich Weid "Auto-Säule", Glasfaser/ Beton, 2008/2009

Yongbo Zhao, "Mutter Erde - ausgesaugt", 2007
Josef Lang, Skulptur
Abi Shek, Holzschnitt
Peter Lang, Malerei
Mensch – Tier – Landschaft heißt das Motto, unter dem die drei Künstler Josef Lang, Abi Shek und Peter Lang ihre Arbeiten vorstellen. Sie bilden keine feste Gruppe, sondern sind Künstlerfreunde, deren Ausdrucksformen unterschiedlicher nicht sein könnten und die doch viel Gemeinsames haben – im Denken, in der Entwicklung ihrer Kunstwerke und in ihrer Lebenssituation.
Der Mensch, das Verhältnis zu seinen Mitgeschöpfen, den Tieren, und zu der ihn umgebenden Natur sind die Themen für das gemeinsame Ausstellungskonzept der Künstler. Dahinter stehen jedoch die Grundfragen des Lebens: Wer sind wir – woher kommen wir – wohin gehen wir.
Josef Lang ist 1947 in Bad Tölz geboren und lebt in München und in Denklingen. Er hat in München an der Kunstakademie studiert und ist ein bekannter Bildhauer. Seine archaischen Holzskulpturen von oft überlebensgroßen Menschen stehen in ganz Bayern an vielen öffentlichen Plätzen und Gebäuden.
Abi Shek ist Bildhauer, Zeichner und Holzschneider. Er ist 1965 in Israel geboren und in einem Kibbuz aufgewachsen. Er lebt in Stuttgart, wo er an der Kunstakademie studiert hat. Tiere sind dem Künstler von Kind an vertraut, sie sind sein Thema. Seine großformatigen Holzschnitte erinnern an steinzeitliche Höhlenmalerei, sie zeigen auf das Wesentliche reduzierte Urformen von Tier- und Fabelwesen.
Peter Lang ist Jahrgang 1965. Er stammt aus Holzkirchen und studierte in München an der Kunstakademie. Seit 1993 lebt er als freischaffender Maler und Grafiker in Gleißenberg in der Oberpfalz. Ausgehend von erlebten Landschaften entwickelt Peter Lang Bildräume aus vielen übereinander gelegten Farbschichten, die aus ihrer Tiefe heraus leuchten. Seine Bilder können als Landschaft und ebenso als ungegenständliche Farbfeldmalerei gesehen werden.

Josef Lang, Louis, Eiche, 2009

Abi Shek, o. T., Holzschnitt auf Leinwand, 2008

Peter Lang, Abendstimmung, Öl auf Leinwand, 2011
Erneut zeigt das Kallmann-Museum Arbeiten aus der bedeutenden Privatsammlung Frank Brabant. Schwerpunkt der Ausstellung liegt bei der Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und der „verschollenen Generation“. Es werden Bilder aus der Zeit des Expressionismus, der neuen Sachlichkeit und des expressiven Realismus gezeigt. Darunter befinden sich große Namen wie Max Beckmann, Franz Marc, Max Pechstein, Erich Heckel und Karl Hofer.
Die Ausstellung ist eine Wanderausstellung, die aus dem Haus Opherdicke/Kreis Unna kommt. Zeitgleich zur Sammlung Brabant sind in der Dauerausstellung des Kallmann-Museums ebenfalls Landschaften, Interieurs und Stillleben von Hans Jürgen Kallmann ausgestellt.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

Alexej von Jawlenksy, Bad Wörishofen, Öl auf Karton, 1927, copyright VG Bild-Kunst

Paul Kleinschmidt, Stillleben mit Tulpen, Flasche und Glas, Öl auf Leinwand, 1948, copyright VG Bild-Kunst
Durch die themenbezogene Auswahl der vergangenen Präsentationen der Werke Kallmanns sind in den letzten beiden Jahren manche der Schlüsselwerke des Künstler nicht mehr gezeigt worden. Diese Highlights aus den Beständen des Kallmann-Museums sind nun in der kommenden Ausstellung wieder zu besichtigen.
Die Sammlung des Kallmann-Museums ist eine noch in der Entwicklung begriffene Sammlung. Sie wächst durch Schenkungen, Erbschaften, Dauerleihgaben und auch durch Ankäufe, so dass es immer wieder Neues zu sehen und zu erleben gibt.
Hans Jürgen Kallmann befasste sich in seiner Malerei in erster Linie mit dem Porträt, mit Bildern von Tieren und der Landschaft, die für ihn immer auch Spiegel der Seele des Künstlers war. Seltener schuf er Interieurs oder Stillleben, wobei seinen Interieurs auch eine indirekte Aussage über die Menschen waren, die in diesen Räumen lebten. Seine kraftvollen, expressiven Werke haben heute ebenso viel Gültigkeit wie in der Zeit ihres Entstehens im 20. Jahrhundert. Beginnend mit den stimmungsgeladenen, oft etwas düsteren Landschaften des Frühwerks über die farbintensiven Bilder der 50er und 60er Jahre bis zu den einfühlsamen, oft psychologisch entlarvenden Porträts seiner reifen Schaffensjahre fasziniert das Werk Kallmanns immer wieder aufs Neue.

Hans Jürgen Kallmann, Regentag im Atelier, Öl auf Leinwand 1978, geändert 1980
Bilder mit mysthischen phantastischen oder auch skurrilen Elementen finden sich im gesamten Schaffen Jürgen Kallmanns. In diesen Arbeiten zeigt sich Kallmann als einfallsreicher Bild-Erzähler, der die Betrachter anregt, eigene Ideen und Gedanken zu entwickeln. Zusätzlich zu diesem Themenkreis werden bisher noch nicht gezeigte Schenkungen und Neuerwerbungen ausgestellt, darunter auch frühe Arbeiten aus dem Nachlass seines Cousins Dr. Wolfgang Meyer sowie Dauerleihgaben aus der Kunsthalle Bielefeld.
In den Beständen des Kallmann-Museums befinden sich zahlreiche Porträtstudien, die bis jetzt noch keiner Person zugeordnet werden konnten. Deshalb bitten wir vom Kallmann-Museum die Besucher darum, ihr detektivisches Gespür einzusetzen und uns dabei zu helfen, diese Porträts zu identifizieren.
Hans Jürgen Kallmann, Schlangenbeschwörer, Öl/Leinwand, 1939, Nachlass Dr. Wolfgang Meyer
Dienstag bis Sonntag
von 14.30 bis 17.00 Uhr
und nach Vereinbarung
Hier finden Sie das Jahrsprogramm 2012 unseres Hauses zum Herunterladen.